Frauen werden bei Bewerbungen ungleich behandelt

Der unconscious bias führt zur Diskriminierung der Frau in Bewerbungsprozessen

 

 

Worum geht es?

Der unconscious bias ist ein kognitiver Fehler. Geprägt durch unsere Erfahrungen und die damit verbundenen Emotionen entstehen Denkmuster in unserem Kopf. Im Umgang mit anderen Menschen können diese dann zu falschen Urteilen über das Gegenüber führen. Schwierig wird dies dann beim Einstellungsprozess, also dem Anfang einer jeden Karriere.

Ausbildungsberuf: Mitarbeiter des Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin haben herausgefunden, dass die Lebensläufe bei Bewerbungen für einen Ausbildungsberuf von Frauen schlechter bewertet wurden als die der Männer mit denselben Angaben. Im Schnitt wird die weibliche Bewerberin um eine ganze Schulnote schlechter bewertet. Vor allem in von Männern dominierten Branchen viel die Bewertung der Lebensläufe von Frauen schlechter aus. In klassischen „Frauenberufen“ wurden Männer hingegen fair behandelt.

Nach Elternzeit: Frauen, die nach der Geburt nur zwei Monate Elternzeit nehmen, werden dafür im Job abgestraft, so die Studie. Arbeitgeber honorieren es nicht, wenn Frauen nach der Geburt schnell zurück in den Job kommen.Frauen werden als nicht verantwortungsvoll wahrgenommen, zu fokussiert auf die Karriere.

Daraus folgt

Ausbildungsberuf:

Frauen werden aufgrund der schlechteren Bewertungen seltener zum Vorstellungsgespräch eingeladen und haben dadurch schon zu Beginn ihrer Laufbahn geringere Karrierechancen und kommen auch erst gar nicht in die „Männerberufe“ rein.

 

Nach Elternzeit:

Mütter, die nur zwei Monate Elternzeit nehmen, haben bei Bewerbungen auch Jahre später noch schlechtere Chancen als Mütter, die zwölf Monate Elternzeit gemacht haben.(Das Thema Gehalts- und Karriereentwicklung sei an dieser Stelle ausgeklammert. Hier geht es um den herrschenden (unconscious) bias).

An der Realität vorbei

Ausbildungsberuf: Angesichts des Fachkräftemangels können sich Unternehmen so etwas nicht mehr leisten.

Nach Elternzeit: Dass Frauen mit einer kurzen Elternzeit angeblich fehlendes Verantwortungsbewusstsein zeigen, ist reine Spekulation. Zudem ist Frage der Elternzeit völlig irrelevant für den nächsten Job.

Wer profitiert?

Männliche Kollegen auf dem Arbeitsmarkt. Konkurrieren sie mit einer gleichqualifizierten Frau um eine Stelle, so sind deren Chancen deutlich höher auf dem Arbeitsmarkt. Zudem spielt bei Männern die Länge der Elternzeit der Studie zufolge keine Rolle für ihre Bewerbungschancen.

Wer zieht den Kürzeren?

  • Unternehmen, die so Potenziale verschenken.

  • Frauen, die so (unbewusst) aus männlich dominierten Berufen rausgehalten werden.

  • Mütter, die nach einer kurzen Elternzeit wieder voll ins Berufsleben einsteigen wollen.

Wir fordern:

  • bundesweite Imagekampagnen, die das Bild gleicher Rollenverständnisse fördern + bundesweite Imagekampagnen, die mit den Vorurteilen von Frauen- und Männerberufen aufräumen.

  • Jungen und Mädchen bereits in der Schule klischeefreie Berufsperspektiven aufzeigen.

  • Der “Girl’s Day” muss ein inhaltliches Rebranding erfahren.

Was kannst Du tun?

Du findest auch, dass Schluss sein muss mit dem Stigma aufgrund des Geschlechts unattraktiv für den Arbeitsmarkt zu sein? Du forderst wirtschaftliche Gleichberechtigung?

Was kannst Du tun?:

  • Leiste Aufklärungsarbeit: Spreche mit Freunden, Kollegen, Bekannten und Verwandten über dieses Thema

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Du hast weitere Informationen, neuere Zahlen, aktuelle Artikel zum Thema - dann schreibe uns an hallo@fragtuns.de oder kontaktiere unsere Themen-Expertin Julia Osterried!

  • Spreche deine Personalabteilung und Rekruiter an. Ein bias-sensibles HR-Management ist Grundvoraussetzung für erfolgreiche Unternehmen.

  • Teile die Thesen auf Twitter, Insta, Facebook, LinkedIn, Xing… mit #fragtuns. Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen.

  • Schreibe direkt dem Ministerium eine Mail:  jeder Brief muss gelesen werden.

  • new-email-envelope-marketing-tool-symbol
  • LinkedIn Social Icon
  • Twitter
Julia Osterried