Frauenquoten für den Aufsichtsrat - ein Tropfen auf den heißen Stein

Hintergrund:

Seit Anfang 2016 gibt es die 30 Prozent Quote für den Aufsichtsrat. Merke: Die Quote liegt bei 30 Prozent, nicht einer paritätischen 50 Prozent. D.h. es betrifft ca. 48 Frauen in rund 160 Unternehmen - ein Tropfen auf den heißen Stein ohne jeglichen Effekt, wie die aktuelle Albright Studie zeigt. Die Berufung von Aufsichtsrätinnen hat keine Auswirkung auf die Zahlen von Vorständinnen: “8,8 Prozent beträgt der Frauenanteil in den Vorständen am 1. Februar 2019 – so wenig wie in kaum einem anderen westlichen Industrieland. Zahlreiche Aufsichtsräte veröffentlichen sogar ausdrücklich ein Ziel von Null Frauen im Vorstand. (...) 110 von 160 Unternehmen, die in DAX, MDAX, SDAX und TecDAX notiert sind, hatten am 1. September 2018 keine einzige Frau im Vorstand. Das sind 69 Prozent der deutschen Börsenunternehmen.”

 

An der Realität vorbei:
Entsprechen diese Zahlen wirklich der Verteilung von Talent und Wissen in Deutschland? Mit diesen Zahlen steht Deutschland alleine. Der Exportweltmeister ist Schlusslicht in Europa bei Diversität in Schlüsselpositionen von Unternehmen. Dass das anders geht haben andere europäische Länder schon längst bewiesen.

 

Wer profitiert?
Die Thomasse. Laut Allbright Studie rekrutiert Thomas “...Thomas und der wiederum einen Thomas, der ihm sehr ähnlich ist; am 1. September 2018 sind 92 Prozent der Vorstandsmitglieder Männer.”

 

Wer zieht den Kürzeren?
Auf kurze Sicht: Frauen.
Auf mittlere und lange Sicht: die Unternehmen. Monokultur, das haben wir schon im Biologieunterricht gelernt, führt zum Aussterben.

Es gibt gute Gründe für die Quote:

  1. In den Führungspositionen sitzen nicht die Besten der Branche, sondern die Besten aus den Buddy-Netzwerken. Erst die Quote schafft echten Wettbewerb.

  2. Eine “generelle” Quote beendet die Herrschaft der Lauten und modernisiert die Führungskultur.

  3. Trotz Selbstverpflichtung zur Frauenförderung hat sich in den vergangenen zehn Jahren wenig verbessert. Jetzt hilft nur noch die Quote, die gläsernen Decken zu sprengen.

  4. Männer fördern bevorzugt Männer. Eine verbindliche Quote ist ein Hilfsinstrument für Chefs, die eingeprägten Muster zu überwinden.

  5. Frauen sorgen nachweislich für mehr Effizienz in Führungsteams. Davon profitieren alle.

  6. Gemischte Führungsteams sind kreativer, der Kommunikationsstil verändert sich. Auch davon profitieren alle.

  7. Fachkräftemangel.

Quelle: proQuote

Was kannst Du tun?

Du findest auch, dass Schluss sein muss mit dem Stigma aufgrund des Geschlechts unattraktiv für Schlüsselpositionen zu sein? Du forderst wirtschaftliche Gleichberechtigung?

Was kannst Du tun?:

  • Leiste Aufklärungsarbeit: Spreche mit Freunden, Kollegen, Bekannten und Verwandten über dieses Thema

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Du hast weitere Informationen, neuere Zahlen, aktuelle Artikel zum Thema - dann schreibe uns an hallo@fragtuns.de oder kontaktiere unsere Themen-Expertin Anna Maria Edmonds!

  • Spreche deine Personalabteilung und Rekruiter an. Ein bias-sensibles HR-Management ist Grundvoraussetzung für erfolgreiche Unternehmen.

  • Teile die Thesen auf Twitter, Insta, Facebook, LinkedIn, Xing… mit #fragtuns. Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen.

  • Schreibe direkt dem Ministerium eine Mail:  jeder Brief muss gelesen werden.

  • LinkedIn Social Icon
  • Twitter
  • new-email-envelope-marketing-tool-symbol
Anna Maria Edmonds