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Pressemitteilung

Bremen, 21. Mai 2009

Aktion auf dem Kirchentag gegen neue Kohlekraftwerke

„Kraftwerkpark von morgen nur ohne Kohlekraft zukunftsfähig“

Flash-Mob zur Übergabe des Kohle-Appells an Umweltminister Gabriel auf dem Bremer Kirchentag / Aktionsbündnis verlangt öffentliche Positionierung / Aktion mit hunderten Teilnehmern des Kirchentags

Bremen, 21.05.09: Umweltminister Sigmar Gabriel wurde heute auf dem Evangelischen Kirchentag in Bremen mit seiner Haltung zum Neubau von Kohlekraftwerken konfrontiert. Mit Schildern und Postern mit der Aufschrift „Zukunft statt Kohle“ forderten die Zuhörer/innen einen Neubaustopp für Kohlekraftwerke, als Gabriel mit einem Impulsreferat zum Thema „Kraftwerkpark von morgen“ beginnen wollte. Ziel dieser Flash-Mob-Aktion des Online-Netzwerks Campact war, dem Bundesumweltminister Sigmar Gabriel unmittelbar vor seinem Vortrag einen Appell gegen den Neubau von Kohlekraftwerken von mehr als 37.000 Unterzeichner/innen zu übergeben.

„Umweltminister Gabriel spricht sich für den Bau neuer Kohlekraftwerke aus, obwohl Studien aus seinem eigenen Haus belegen, dass sie Gift für eine erfolgreiche Klimapolitik sind“, so Ferdinand Dürr vom Online-Netzwerk Campact. „Eine moderne Energiepolitik setzt konsequent auf Effizienz und Erneuerbare Energien, intelligent kombiniert mit dezentralen und flexiblen Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung. Damit können wir auf den Klima-Killer Kohlekraft und Atomkraft gleichermaßen verzichten. Wenn heute neue Kohlekraftwerke an Netz gehen, schreibt das diese klimaschädliche Form der Stromerzeugung für die nächsten Jahrzehnte fest. Das bremst die Energiewende zu Erneuerbaren Energien.“

„Kohlekraft ist die klimaschädlichste Form der Stromerzeugung und deshalb keineswegs zukunftsfähig. Ob die CCS-Technologie, die Abscheidung und Verpressung von CO2, jemals funktionieren wird, ist völlig ungeklärt. Dazu wird CCS kaum im Wettbewerb bestehen – das macht Kohlekraft noch ineffizienter, als sie ohnehin ist. Wer mit dem Hinweis auf diese Technologie jetzt neue Kohlekraftwerke baut, heizt einen Boiler ohne Sicherheitsventil immer weiter. Um den Kraftwerkpark der Zukunft zu bauen, brauchen wir in jedem Fall ein Moratorium für den Bau von Kohlekraftwerken“, so Ferdinand Dürr.

Mit der Aktion forderten die Aktiven eine öffentliche Stellungnahme zur Forderung, den Neubau von Kraftwerken an einen Mindestwirkungsgrad zu knüpfen. Damit könnte der klimaschädliche Brennstoff Kohle kurzfristig abgelöst werden.

Nur wenige Tage zuvor, am vergangenen Montag, verweigerte der Umweltminister die Annahme des Appells. Die Initiatoren hatten am Rande der Klimakonferenz „Konzepte zur Anpassung an den Klimawandel“ Gabriel eingeladen, sich der öffentlichen Diskussion zu stellen. Der Minister wählte stattdessen den Hintereingang.

In der Vergangenheit hatte sich der SPD-Minister mehrfach bei Kommunalpolitikern seiner Partei für den Bau von Kohlekraftwerken stark gemacht, zuletzt etwa in Krefeld und Mainz.

Diese Pressemitteilung zum Download als pdf unter: (http://www.campact.de/img/presse/pm090521.pdf)

Ihr Ansprechpartner:

Ferdinand Dürr, Campact e.V.:

fduerr@campact.de, t 04 231 . 95 74 42, m 01 76 . 21 71 93 35

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