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Gemeinsame Pressemitteilung
Berlin, 22. Oktober 2008
Anti-Kohle-Protest in Schwerin gegen neues Lubminer Kohlekraftwerk
Aktionsbündnis errichtet fünf Meter hohes Dinosaurier-Kohlekraftwerk vor Schweriner Landtag / Abschluss einer bundesweiten Anti-Kohle-Tour / Öffentliche Debatte zu geplantem Kohlekraftwerk
Schwerin, 22.10.08: Mit einem als Dinosaurier gestalteten Kohlekraftwerk demonstrierten heute Aktive des Aktionsbündnisses "Zukunft statt Kohle" gemeinsam mit regionalen Bürgerinitiativen vor dem Landtag in Schwerin gegen das vom dänischen Unternehmen Dong Energy in Lubmin geplante neue Steinkohlekraftwerk. Aus dem "Kohlosaurus" stiegen dabei hunderte CO2-Ballons auf, die die Gefahr der Kohleverbrennung für das Klima symbolisierten. Auf Plakaten forderten die Demonstranten: "Dinosaurier-Technologie stoppen!". Die Aktion ist die Abschlussveranstaltung einer bundesweiten Anti-Kohle-Tour, die von der Klima-Allianz, als Klimaschutzbündnis aus über 100 Organisationen, dem Online-Kampagnen-Netzwerk Campact, dem Portal Wir-Klimaretter.de und der Deutschen Umwelthilfe getragen wird.
Brick Medak, World Wide Fund for Nature (WWF): "Mit dem neuen Steinkohlekohlekraftwerk würde die Umwelt Jahr um Jahr mit Tonnen an Feinstaub, Schwefeldioxid und giftigen Schwermetallen wie Quecksilber belastet. Hinzu kommen jährlich neun Millionen Tonnen klimaschädliches CO2. Mit einem Wirkungsgrad von nur 47 Prozent dürfte dieses Kraftwerk in Dänemark, dem Herkunftsland des Investors, aus Umweltgründen nicht gebaut werden. Die Landesregierung muss den Bau dieser Dreckschleuder stoppen."
Torsten Jelinski, Bürgerinitiative "Kein Steinkohlekraftwerk in Lubmin": "Über 30 000 Menschen haben sich in Mecklenburg-Vorpommern gegen den Bau dieses Kraftwerks ausgesprochen. Der Landtag darf dieses Votum in seiner heutigen Aussprache nicht beiseite wischen sondern muss ein deutliches politisches Signal gegen das Kraftwerk setzen. Jedes jetzt noch genehmigte neue Kohlekraftwerk führt uns in die klimapolitische Sackgasse."
Stattdessen sei ein zukunftsfähiger Mix aus Erneuerbaren Energien und kleinen, erdgasbetriebenen Kraftwerken, die Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen, notwendig. Die Leistung der Kleinkraftwerke könne flexibel an die veränderliche Stromerzeugung mit Sonne und Wind angepasst werden.
"Mit Hilfe der Anti-Kohle-Tour hat sich ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen neue Kohlekraftwerke gebildet: 20 000 Menschen haben einen Klima-Appell gegen neue Kohlekraftwerke unterzeichnet, rund 3000 Menschen sind in den letzten zwei Wochen mit uns gegen die Klimakiller auf die Straße gegangen, und über 100 bundesweite und regionale Organisationen sowie Bürgerinitiativen haben sich an der Anti-Kohle-Tour beteiligt. Das Signal ist deutlich: Kein neues Kohlekraftwerk in Deutschland!", so Elias Perabo von der Klima-Allianz.
Vor der Aktion übergaben die Veranstalter ankommenden Landtagsabgeordneten "Mini-Kohlosaurier" mit CO2-Ballons. Zudem trafen die Vertreter der Bürgerinitiative, WWF und Klima-Allianz mit Gottfried Timm, Landtagsabgeordneter und Vizevorsitzender der SPD in Mecklenburg-Vorpommern, zusammen. Mit interessierten Bürgern diskutierten sie über die regionalen als auch bundesweiten Auswirkungen der Pläne der Energiekonzerne, rund 30 neue Kohlekraftwerke in Deutschland zu errichten.
Mit dem "Kohlosaurus" ist das Aktionsbündnis "Zukunft statt Kohle" vom 7. bis 22. Oktober durch insgesamt zehn Städte gezogen, in denen demnächst über neue Kohlekraftwerke entschieden wird. Insgesamt 20.000 Luftballons sind dabei gestartet. Sie stehen für 20.000 Menschen, die einen Online-Appell gegen neue Kohlekraftwerke unterzeichnet haben (www.zukunftstattkohle.de).
Mehr im Netz unter: http://www.campact.de/klima/tour08/home
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