Nimm mit 512.157 Campact-Aktiven Einfluss
auf aktuelle politische Entscheidungen.
Campact-Pressemitteilung
Immenstadt, 28. März 2009
Aktion fordert von der Bundeslandwirtschaftsministerin ein Anbauverbot noch vor der Aussaat
Mit einer großen, im Sekundentakt rückwärts laufenden Digitaluhr forderte das Online-Netzwerk Campact heute in Immenstadt vor der Landwirtschaftskonferenz „Ohne Bauern keine Zukunft“ Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf, den Anbau des Gen-Mais MON810 noch vor der Aussaat ab Mitte April in Deutschland zu verbieten. Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Tour, die der Ministerin überall dort, wo sie in den nächsten Wochen öffentlich auftritt, zeigen will, wie viel Zeit ihr bis zur Aussaat verbleibt. Sie wird von einem breiten Bündnis aus Bio-, Umwelt- und Imkerverbänden mitgetragen.
Derzeit prüft Ministerin Aigner ein Verbot von Gen-Mais. Erst Anfang März hat die Bundesregierung selbst in der EU mit dafür gesorgt, dass die Verbote von Gen-Mais in Österreich und Ungarn nicht gekippt wurden. „Nachdem Brüssel einem Verbot keine Steine mehr in den Weg legt, hat Frau Aigner keine Ausrede mehr: Sie muss den Anbau von Gen-Mais bei uns verbieten, bevor die Risiko-Saat ab Mitte April in die Erde gebracht wird“, so Stefanie Hundsdorfer von Campact. „Die Landwirtschaftsministerin muss nun ihr gesamtes politisches Gewicht in die Waagschale werfen und das Verbot auch gegen den Widerstand aus dem Bundesforschungsministerium und Kanzleramt durchsetzen.“
„Der Gen-Mais MON810 wurde vor über zehn Jahren nach einem EU-Verfahren zugelassen, das bei jedem Sicherheitscheck haushoch durchfallen würde“, erläutert Hundsdorfer. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass sich die Pollen des Gen-Mais über weite Entfernungen verbreiten und so die gentechnikfreie Landwirtschaft und Imkerei gefährdeten. „Der Löwenanteil der Gen-Saat wird verfüttert und landet als Fleisch, Käse und Eier auf unseren Tellern. Dabei weisen neue Fütterungsstudien darauf hin, dass der Verzehr von MON810 das Immunsystem von Mäusen schädigt.“
„Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner darf ein Verbot von Gen-Mais nicht von den völlig unzuverlässigen Informationen des Herstellers Monsanto abhängig machen“, fordert Hundsdorfer. Die Ministerin hat in den letzten Wochen angekündigt, ein MON810-Verbot zu erlassen, wenn der Beobachtungsplan (Monitoring) von Monsanto löchrig sei. „Statt sich auf Monsanto zu verlassen, muss die Ministerin den Gen-Mais jetzt auf Grund der zahlreichen Risiken verbieten.“
Der Gen-Mais MON810 ist die einzige Gentechnik-Pflanze, die in Europa kommerziell angebaut werden darf. Dieses Jahr soll er hierzulande auf rund 3.600 Hektar ausgesät werden. Nach Art. 23 der europäischen Freisetzungsrichtlinie können EU-Staaten im Falle neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über Risiken einer Gentechnik-Pflanze für die Umwelt und die menschliche Gesundheit den Anbau auf ihrem Gebiet verbieten. Seit der europäischen Zulassung von MON810 im Jahr 1998 haben zahlreiche wissenschaftliche Gutachten auf die Risiken des Gen-Mais hingewiesen. In Frankreich, Österreich, Ungarn, Griechenland und Polen bestehen bereits MON810-Verbote.
In den letzten zwei Wochen stellten sich im Internet bereits über 45.000 Menschen hinter die Forderung nach einem sofortigen Anbau-Verbot von MON810 (http://www.campact.de/gentec/home).
Ihre Ansprechpartnerin:
Stefanie Hundsdorfer, Campact e.V.: 0177 . 930 34 58, hundsdorfer@campact.de